Acht kleine, praktische Hinweise für deine Chinareise

Das Zentralkrankenhaus der Stadt Huangshi

In China sind viele Dinge, nicht nur Sprache und Schrift, für uns ungewohnt. Hier acht kleine Kniffe, die dir deine Chinareise erleichtern können.

Acht Tipps sind es übrigens, weil die 8 in China die ultimative Glückszahl ist.

Begrüßung

Natürlich sagt niemand „Hallo“ und gibt sich die Hand, in China sagt man „Ni Hao“ und nickt sich zu. Im Umgang zwischen Chinesen und Europäern ist das manchmal witzig wie ich finde, wenn der eine so und der andere so will :-)

Ich nicke einfach, wenn ich in China neue Menschen kennen lerne. Und wenn dir jemand unbedingt die Hand geben will, wirst du das schnell merken :-)

Verkehr

Aufpassen ist das oberste Gebot. Viele Fahrzeuge sind, speziell in den Großstädten, elektrifiziert und erzeugen nahezu kein Geräusch. Das gilt vor allem auch für Zweiräder, die gerne auch gegen den Strom fahren, im Dunkeln auf Licht verzichten oder auf dem Bürgersteig unterwegs sind.

Du wirst angestarrt?

Kann dir passieren, wenn du groß und stattlich bist. Dann fallen kleinen Kindern oder alten Menschen (speziell abseits touristisch erschlossener Gegenden) schon mal die Augen raus. Da hilft dann nur lächeln und schon schließt dein Gegenüber den Mund wieder und lächelt breit zurück. Ok, Kinder verstecken sich dann auch schon mal hinter ihrer erwachsenen Begleitung.

Zurück zur Unterkunft

Das es in fast allen Hotels Visitenkarten gibt, die man z. B. Taxifahrern geben kann, damit die wissen, wo man hin will, ist ja wohl bekannt. Oder?

Hilfreich, die Visitenkarte vom chin. Hotel.
Hilfreich, die Visitenkarte vom chin. Hotel

Toiletten

In öffentlichen Toiletten ist das stille Örtchen halt meistens chinesisch und da heißt es in die Hocke gehen, wenn es sein muss. Und von Privatsphäre ist man oft weit entfernt. Wenn das nicht so deins ist, halte Ausschau nach Toiletten für Menschen mit Handicap, dort thronst du dann westlich und hast vier Wände und eine Tür.

Alles klar. Oder?
Alles klar. Oder?

Ach ja, manchmal finden sich an den Eingangstüren zu den Toiletten keine Pictogramme, da ist es gut, dass chin. Schriftzeichen zu kennen.
Hier findest du z.B. die Herrentoilette: 
Sorry, das Zeichen für die Damentoilette habe ich mir nicht gemerkt. Ist die andere Tür ;-)

Übrigens, man ist gut beraten Toilettenpapier bei sich zu tragen, da auf öffentlichen WC im Regelfall keines vorhanden ist. Die oft vorhandenen Handtuchspender sind normaler Weise auch leer.

Bezahlen

Natürlich kann man in China mit Bargeld bezahlen. Meistens jedenfalls. Karten werden auch gerne genommen. Aber das non plus ultra ist bargeldlos zahlen mit WeChat. Egal ob du ein Fahrrad mieten willst (s. u.), dein Taxi, einen Reispfannkuchen oder ein paar Bier bezahlen willst, WeChat geht immer.  Die Chinesen nutzen es nicht nur als Chat-Client, sondern auch zum Einkaufen oder zum bezahlen der Miete mit WeChat Pay. Unbedingt ausprobieren!

Bei der Gelegenheit ein Hinweis zum Bezahlen im Restaurant, wenn man mit einer Gruppe unterwegs ist: in China zahlt im Regelfall einer für alle, oft der Einladende. Wenn man die MitarbeiterIn im Service aber mal auf die Palme bringen will, zahlt jeder für sich ;-)

Posieren mit Kleinkindern?

Ja, es kann dir passieren, dass man dich bittet, doch ein Bild von dir zusammen mit dem Erstgeborenen oder auch dem Enkel machen zu dürfen. Passiert gerne an den touristischen Hotspots, die von den Chinesen besucht werden, kann dir aber auch mitten in der Stadt passieren. Mach einfach mit und du wirst hoch erfreute Menschen sehen, die mit dir lachen.

Keine ungewöhnliche Situation
Keine ungewöhnliche Situation

Manchmal wird man aber auch selber zum Fototermin gebeten.

Ich vermute, der Rottweiler auf meiner Brust führte zu diesem Bild :-)
Ich vermute, der Rottweiler auf meiner Brust führte zu diesem Bild :-)

Zu Tisch

Für Europäer erstmal befremdlich: es darf gerülpst werden und schmatzen ist erwünscht. Auch das Beugen über die Schüssel ist ok. Überhaupt, beim Essen sind die Chinesen sehr entspannt.

Gleich geht es los ...
Gleich geht es los …

Ich kenne nur eine Sache, die du vermeiden solltest: stelle deine Stäbchen NIE senkrecht in die Reisschale.

Hier ein Tipp wenn du von Chinesen eingeladen bist: wenn du satt bist, fülle dir noch was auf deinen Teller oder in deine Schüssel. Sonst findet sich sicher eine gut meinende Seele, die Sorge hat, dass noch Hunger haben könntest, und legt dir vor um dich dann freundlich zu nötigen doch weiter zu essen. Es wäre peinlich, wenn man zuwenig Essen aufgefahren hätte.

Bier und Schnaps

Und auch ein Hinweis zum Trinken von Alkohol bei Tisch. Das ist in China nicht ungewöhnlich wenn man auswärts isst, was häufig vorkommt.
Da passiert es dann, dass der Gastgeber aufsteht, sich eine Flasche Bier nimmt, oder auch eine Flasche Schnaps, und reihum zum Anstoßen kommt.
Hier hast du im Regelfall die Wahl ob du einen Schluck zusammen nehmen magst oder auch bereit bist ein Glas auf ex zu trinken (zeige hinterher dein Glas so vor, dass man sehen kann, dass es leer ist!). Letzteres wird freudig zur Kenntnis genommen.

Im schlimmsten Fall wird dir ein Kännchen (100 ml) mit Schnaps angeboten; das bringt dir beim Gastgeber aber besondere Anerkennung, wenn du mit trinkst. Alternativ hast du hier die Möglichkeit auf eines der chin. Minischnapsgläser auszuweichen.

Raus kommt man aus der Nummer so:

  1. Signalisiere, wenn möglich, bereits wenn du dich setzt, dass du keinen harten Alkohol trinkst. Oft steht an deinem Platz ein Kännchen für Schnaps und ein Minischnapsglas. Wenn du dies in das Kännchen stellst, wird dies im Regelfall zur Kenntnis genommen.

    Das Kännchen und das dazu gehörige Minischnapsglas
    Das Kännchen und das dazu gehörige Minischnapsglas
  2. Sage, du hast eine Alkoholallergie. Wirkt glaubhaft, aber du musst dann bei der Geschichte bleiben. Ich kenne inzwischen einige Chinesen, die das so handhaben.
  3. Du bist schwanger.
  4. Du kannst glaubhaft machen, dass du noch autofahren musst. Wird dir nicht gelingen ;-)

Fahrrad fahren

In China finden sich in vielen Städten Leihfahrräder, die für einen Yuan die Stunde gemietet werden können. So lernt man sein Reiseland noch mal anders kennen. Zum bezahlen einfach den QR-Code am Rad mit WeChat scannen.

Mein Freund Rujin unterwegs auf einem Leihfahrrad in der alten Kaiserstadt Xi'an
Mein Freund Rujin unterwegs auf einem Leihfahrrad in der alten Kaiserstadt Xi’an

Ich will an dieser Stelle nicht versäumen, noch mal auf die Gefahren im chin. Straßenverkehr hinzuweisen (s.o.)!

Mehr Tipps

Speziell für deinen Besuch in Shanghai habe ich da mal drei Dinge abseits der üblichen Reisetipps für die bereitgestellt.

Mehr Bilder

Wenn du Lust hast meine Bilder aus China zu schauen, dann empfehle ich dir diese flickr-Alben:

 

Autor: Christian Kaufmann

In den unendlichen Weiten des Internet eher als Herrscher des Lakritzplanet bekannt, bloggt er seit Äonen über das schwarze Gold und hat ganz nebenbei den deutschen Lakritztag ins Leben gerufen. Privat philosophiert er als bekennender Segler gerne hier auf der blauen Linie und gehört zum Orga-Team der Schleckgöschle GbR.

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