Bildungsurlaub in Düsseldorf mit dem Forum Unna

Wissenwertes über Bonsai

Und weiter geht es mit meinem Bericht vom Bildungsurlaub, dessen ersten Teil ihr hier findet.

Tag 4 – Oregami, Ikebana und Kimono

Am Morgen fuhren wir zum japanischen Club Düsseldorf, wo Japaner und Japaninteressierte einen Ort des Austausches finden.

Ein Zentrum jap. Aktivitäten in Düsseldorf
Ein Zentrum jap. Aktivitäten in Düsseldorf

Hier empfingen uns sehr freundliche japanische Damen um uns die Kunst des Origami ein wenig näher zu bringen. Dies geschah in einer ausgemacht entspannten Atmosphäre und es wurde viel gelacht. Überrascht waren unsere Lehrerinnen jedoch als ein Mitlglied meiner Reisegruppe auf einmal einen Origami-Seehund zauberte. Den kannten sie noch nicht 🙂

Der Seehund
Der Seehund

Wichtig beim Origami ist vor allem das sehr säuberliche Falten (Protipp).

Dann wurde unser Wissen über Ikebana aufgebessert. Und das nicht nur theoretisch. Geduldige Japanerinnen in Kimonos, geleitet von einer Ikebana-Meisterin, unterstützten uns geduldig, als wir unsere ersten Gehversuche in der Kunst des Blumenarrangierens machten.

Mein Werk
Mein Werk

Übrigens, ursprünglich wurde Ikebana von Männern (Samurai) ausgeübt.

Zum Mittagstisch fand ich mich dann im Hyuga ein, einem jap. Restaurant, das augenscheinlich bevorzugt von Japanern frequentiert wird. Durchaus eine Empfehlung dachte und wurde nicht enttäuscht.

Lecker jap. Essen
Lecker jap. Essen

Dann kamen wir dem Kimono näher. Einige von uns bekamen die Gelegenheit, sich in einen solchen wandeln zu lassen. Ich hätte ja gerne einen probiert, aber die jap. Dame schaute zu mir auf und erkannte messerscharf: du bist zu groß, so lange Kimonos haben wir nicht 😉

Der Kimono
Der Kimono
Kimonos gibt es auch für Männer
Kimonos gibt es auch für Männer

Hinweis für Heiratswillige: an der Länge der Ärmel kann man feststellen, ob die Dame noch ledig ist.

Zum Abschluss ging es noch mal in Sachen jap. Einkaufen in Düsseldorf rund. Wir besuchten einen weiteren jap. Supermarkt. Hier im Hanaro Markt gibt es ein riesiges gut geordnetes Angebot an jap. Produkten.

Tag 5 – Hausbau in Japan, Mythologie, Tee und eine Schule

Der Morgen gehörte der Besichtigung eines originalen, traditionellen japanischen Hauses, das sich auf dem Gelände des EKO-Haus befindet. Mir gefällt dieser Stil ja recht gut.

Größenangaben in Tatami. Hier jeweils 8 jō
Größenangaben in Tatami. Hier jeweils 8 jō

Tipp für Wohnungs- bzw. Zimmersuchende in Japan: die Größe wird in Tatami angegeben. Das vermittelt eine ziemlich genau Vorstellung von der Grundfläche.

Auf dem Gelände des EKO-Haus liegen auch ein Shinto-Schrein und ein buddhistischer Tempel.

Auch einen buddhistischen Tempel gibt es in Düsseldort
Auch einen buddhistischen Tempel gibt es in Düsseldort

Der Schrein in seinem Paradiesgarten und der Tempel sind auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man in Düsseldorf ist.
Apropos Religion: in Japan bekennen sich mehr als 90% zum Buddhismus. Eine ähnlich große Gruppe bekennt sich zum Shintoismus. Gemerkt? Pragmatischer Ansatz, wie ich finde.

Der frühe Nachmittag brachte einen interessanten Vortrag zum Thema japanische Geschichte, angefangen bei Zanami und Zagami bis zu aktuellen Geschehen, wie z.B. dem Atomdesaster von Fukushima.

Irgendwann gibt es dann Tee. Genauer den grünen Tee, der für die jap. Teezeremonien (Chado, der Weg des Teeszu) eingesetzt wird, den Matcha. Und dazu wurde, auch ganz traditionell, Süßes gereicht. Es gab MochiMatcha Mochi Cream (li. im Bild) und Red Bean Mochi with Coconut Shred.

Süßes mag man auch in Japan
Süßes mag man auch in Japan

Dann war es an uns selber aktiv zu werden. Jeder konnte aus einer bunten Mischung aus japanischen Meldungen seinen Favoriten raussuchen und sollte das Thema am nächsten Tag den anderen Mitreisenden vorstellen. Aha, Hausaufgaben.

Dazu passend ging es noch in die internationale japanische Schule in Düsseldorf.

Die größte jap. Schule außerhalb Japans
Die größte jap. Schule außerhalb Japans

Hier wurde noch mal sehr deutlich, dass die Schulsystem sehr unterschiedlich sind. Das äußert sich nicht nur darin, dass an japanischen Schulen die Tafeln nicht feucht abgewischt werden sondern trocken. Und zur Reinigung des Schwammes gibt es extra Geräte:

Schwammreinigungsmaschine
Schwammreinigungsmaschine

Tag 6 – Vorträge, Netsuke und der Abschied

Den Morgen begannen wir ganz entspsannt mit der Präsentation unserer Japanthemen. Das war sowohl lustig als auch interessant. Ich informierte über die Anwendung von Gerüchen, an denen in Japan (aber nicht nur da) geforscht wird. Sieben japanische Wissenschaftler haben einen Brandmelder entwickelt, der mit dem Geruch von Wasabi warnt. Funktioniert, nicht nur bei Menschen, die nicht hören.

Dann ging es ins Museum Kunstpalast, wo man eine eigene Netsuke-Ausstellung bietet, die eine Menge Objekte umfasst und aus der Privatsammlung Werdelmann hervorgegangen ist.

Eine spezielle Ausstellung nur für Netsuke
Eine spezielle Ausstellung nur für Netsuke

Erstaunlich, wie viele verschieden es da tatsächlich gibt.

Im Anschluss gab es noch eine Evaluationsrunde und die Teilnahmebescheinigungen wurden ausgehändigt.

Und dann, dann war der Bildungsurlaub vorbei.

Anbieter und Kosten

Gebucht hatte ich das Ganze beim Forum Unna, einem der Bildungsurlaub-Anbieter in Deutschland. Der 5-tägige Urlaub kostete incl. Eintrittskarten, ÖPNV-Ticket und Zimmer in der Jugendherberge Düsseldorf (EZ, Ü, F) 524 Euro zzgl. An- und Abreise.

Mein Fazit

  • Die Betreuung im Vorfeld durch Forum Unna war freundlich und hilfreich.
  • Die Organisation vor Ort war gut gemacht und flexibel
  • Ja, ich habe was gelernt, nicht nur Sachen, die Japan betreffen.
  • Ich hatte eine interessanten Urlaub zu einem guten Preis. Kulturprogramm sozusagen inklusive.
  • Ich hatte richtig Glück mit meiner Reisegruppe.
  • Das mache ich nächstes Jahr wieder.

Bilder

Alle meine Bilder findest du in meinem flickr-Album.

Autor: Christian Kaufmann

In den unendlichen Weiten des Internet eher als Herrscher des Lakritzplanet bekannt, bloggt er seit Äonen über das schwarze Gold und hat ganz nebenbei den deutschen Lakritztag ins Leben gerufen. Privat philosophiert er als bekennender Segler gerne hier auf der blauen Linie und gehört zum Orga-Team der Schleckgöschle GbR.

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