Die RehaCare International 2017

Die RehaCare 2017

Im Oktober besuchte ich die Messe RehaCare International 2017 in Düsseldorf, die dieses Jahr zum 40. Mal stattfand.

Es handelt sich um eine Fachmesse für Rehabilitation, Pflege, Prävention und Intergration. Der Besucher findet einen guten Überblick über Hilfsmittel und Dienstleistungen, die für Menschen mit Handicap, mit Pflegebedarf, im Alter und mit chronischen Krankheiten angeboten werden; und zwar von ganz einfachen Produkten bis hin zu hochkomplexen Systemen. Dabei verbindet sie Produktschau, Fachinformation und Möglichkeiten zum Meinungsaustausch sowohl auf der Messe mit diversen Themenparks als auch beim dem gleichzeitig stattfindenden Kongress.

Zahlen, Daten, Fakten zur RehaCare

Dieses Jahr boten ca. 780 Anbieter aus 39 Ländern unterschiedlichste Produkte und Dienstleistungen in den Hallen 4, 5, 6, 7 und 7a an. Auffällig fand ich die starke Präsenz asiatischer Firmen.
Besonders China war mit einem eigenen Areal stark vertreten.

Chin. Anbieter hatten einen sonderbereich in Halle 6
Chin. Anbieter hatten einen sonderbereich in Halle 6

Aus aller Herren Länder kamen auch die Besucher (Fachleute, Betroffene, Angehörige) der Messe. Insgesamt zählte die Messe 39000 Besucher aus knapp 70 Ländern. Und tatsächlich, beim Messegang konnte ich jede Menge Sprachen hören.

Großer Andrang bei der Eröffnung
Großer Andrang bei der Eröffnung

Ein Messebummel

Es ist schier unmöglich an den vier Tagen alle Angebote zu nutzen und jeden Aussteller aufzusuchen. Da heißt es sich gut vorbereiten und auf die persönlichen Interessen fokussieren. Gar nicht so einfach.

Ein großes Thema waren, neben Rollstühlen und Zubehör, vor allem Exo-Skelette, die immer ausgereifter scheinen und für viele Menschen mit Bewegungseinschränkungen eine neue Freiheit versprechen.
Die ETH in Zürich veranstaltet übrigens am 02. und 03. Mai 2020 zum zweiten Mal den Cybathlon, bei dem die Piloten der Exo-Skelette in einer von sechs Disziplinen antreten können.

Auch bei den Hilfsmitteln geht der Trend eindeutig zu mehr Individualität. Nicht nur, dass Rollstuhlzuggeräte heute stylisch aussehen können.

Zuggeräte mir persönlichem Design
Zuggeräte mir persönlichem Design

Nein, auch die Elektro-Scooter, die wir zunehmend im Alltag sehen, verändern sich. So bietet eine Schweizer Firma unter dem Label Vintage Mobility diese Scooter im Vintage-Design an, das an das Ford T Modell 1926 erinnern soll: das Modell Gatsby. Schick 😉

Der Gatsby
Der Gatsby

Und mit „Vollverkleidung“ gibt es Elektro-Scooter nun auch, wie dieses Modell aus Taiwan beweist, dass in Deutschland erhältlich ist.

der Scooter von C.M.T. aus Taiwan
der Scooter von C.M.T. aus Taiwan

Aber auch sportliche Aktivitäten für und mit Menschen mit Handicap warben auf der RehaCare für sich.

Basketball-Vorführung in Halle 7a
Basketball-Vorführung in Halle 7a

Von Bogenschießen und Basketball über Rollstuhlrugby (es gab auch ein Showmatch mit der dt. Nationalmanschaft) und Segeln bis hin zu Badminton, Paraeishockey und Tischtennis gab es eine Menge zu sehen und auszuprobieren.

Besonderen Eindruck haben die Assistenzhunde auf mich gemacht, die ich agieren sehen konnte. Erstaunlich, was die so alles können. Wäsche in die Maschine legen? Kein Problem. Einen Schal aus der Schublade oben links holen? Läuft. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Repertoire, das ein Assistenzhund beherrschen kann, wie ich im Gespräch mit Filiz Erfurt erfuhr, die selber von Collies unterstützt wird und Assistenzhunde ausbildet.

Auch eine Menge Prominenz war vertreten. So las z. B. Gabi Köster aus ihrem Buch über den Schlaganfall und beantwortete Fragen des interessierten Publikums.
Der Comedian und Rollstuhlbasketballer Tan Caglar war ebenfalls zu Gast auf der Messe.
Ausgefallen wegen Sturmtief Xavier ist leider die Veranstaltung mit Raul Krauthausen.

Und sonst so?

Aber es gab auch noch vieles anderes zu entdecken.

Besondere Erwähnung darf hier auch Mobilis zuteil werden. Der Hersteller von Elektro-Scootern stellt für die Besucher gleich 140 seiner Scooter zur Verfügung um die Messe rollend erkunden zu können. Ist natürlich Marketing, finde ich aber trotzdem eine gute Idee 🙂

Autor: Christian Kaufmann

In den unendlichen Weiten des Internet eher als Herrscher des Lakritzplanet bekannt, bloggt er seit Äonen über das schwarze Gold und hat ganz nebenbei den deutschen Lakritztag ins Leben gerufen. Privat philosophiert er als bekennender Segler gerne hier auf der blauen Linie und gehört zum Orga-Team der Schleckgöschle GbR.

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