Bildungsurlaub für Baden-Württemberg

BzG-BW

Seit dem 01.07.2015 gibt es ihn im Bundesland Baden-Württemberg, den Bildungsurlaub, auch wenn man ihn im Ländle mit dem Wort Bildungszeit beschreibt.

Er, der Bildungsurlaub, wurde als Bildungszeitgesetz (BzG), gegen den engagierten Widerstand der Arbeitgeberfraktion,  am 11.03.2015 aus der Taufe gehoben.

Bildungszeit?

Um was geht es dabei eigentlich? Beschäftigte erhalten damit Anspruch auf ein Woche zusätzlichen, bezahlten Urlaub, den sie für berufliche Weiterbildung, politische Weiterbildung oder (seit dem 01.01.2016) auch für die Qualifizierung zur Wahrnehmung bestimmter ehrenamtlicher Tätigkeiten nutzen können. Der „normale“ Urlaubsanspruch verändert sich dadurch nicht.

Mit der Bildungszeit haben Arbeitnehmer nun auch die Möglichkeit auch mal über den Tellerrand raus zu schauen oder sich mit bereits bestehende Aktivitäten oder Ehrenämtern weitergehend auseinander zu setzen.

Auch im Kontext von lifelong learning sicher ein Schritt in die richtige Richtung.

Meine persönlichen Erfahrungen

Als das BzG BW am 01.07.2015 in Kraft trat, habe ich mal vorsichtig bei meinem Arbeitgeber diesbezüglich nachgefragt. Die Reaktion war (verständlicher Weise) verhalten und ich wurde auch darauf hingewiesen, dass der Arbeitgeber durchaus die Möglichkeit hat, den Antrag auf Bildungsurlaub unter bestimmten Bedingungen abzulehnen.

Unverzagt habe ich dann einen zugelassenen Anbieter und ein mich ansprechendes Angebot gesucht und wurde auch fündig. Dann habe ich im Rahmen der Urlaubsplanung auch Bildungsurlaub beantragt und die notwendigen Nachweise (Akkreditierung des Anbieters) vorgelegt.

Nicht wirklich überrascht war ich, dass mein Antrag begründet abgelehnt wurde.

Ein fundierter Widerspruch führte jedoch dazu, dass mein Antrag schlussendlich doch genehmigt wurde und so werde ich voraussichtlich im August 2016 nach Düsseldorf reisen und mich dem Thema „Düsseldorf: Die Rheinmetropole als Zentrum japanischer Wirtschaftsaktivitäten in Europa“ widmen. Und ich bin schon ganz gespannt darauf.

Fazit

  • Wichtigste Erkenntnis für mich: es macht Sinn, sich bereits im Vorfeld ausführlich mit dem BzG auseinander zu setzen.
  • Nicht verzagen, wenn der Arbeitgeber deinen Antrag nicht gleich genehmigt.
    Deine Personaladministration kennt sich damit sicher noch nicht richtig aus 😉
  • Die Mitarbeiter des zuständigen RP in Karlsruhe (Referat 12) standen mir freundlich, kompetent und unkompliziert zur Seite.

Adressen und Links

Zuständige Behörde

Regierungspräsidium Karlsruhe
Referat 12
76247 Karlsruhe

Links

Und du?

Hast du schon Bildungszeit in Ba-Wü beantragt oder gar genommen?
Lass uns an deinen Erfahrungen teilhaben und hinterlasse hier deinen Kommentar.

Autor: Christian Kaufmann

In den unendlichen Weiten des Internet eher als Herrscher des Lakritzplanet bekannt, bloggt er seit Äonen über das schwarze Gold und hat ganz nebenbei den deutschen Lakritztag ins Leben gerufen. Privat philosophiert er als bekennender Segler gerne hier auf der blauen Linie und gehört zum Orga-Team der Schleckgöschle GbR.

4 Gedanken zu „Bildungsurlaub für Baden-Württemberg“

  1. Das mit dem Bildungsurlaub finde ich sehr interessant. Mir wäre es natürlich am liebsten, wenn ich für die re:publica Bildungsurlaub bekommen könnte, aber so wie ich es vertstehe, wird dies wohl in Baden-Württemberg nicht möglich sein, wenn die re:publica als Einzelveranstaltung gelten sollte.
    Deinen dir ausgesuchten Kurs finde ich auch sehr interessant, vor allem weil es um Japan geht und ich gerade angefangen habe ein wenig Japanisch zu lernen und ich gerne nächstes Jahr dort hin Reisen möchte.
    Liebe Grüsse vom Bodensee,
    Michaela

    1. Ich habe bei der re:publica deswegen schon mal angeklopft. Die hatten zu dem Zeitpunkt noch nicht auf dem Schirm, dass es in BaWü Bildungsurlaub gibt. Sie wollten sich aber kümmern; soweit ich weiß, ist die #rp in anderen Bundesländern anerkannt.

      Haste bei der #rp noch mal nachgefragt?

      Gruß

      Christian

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