Ein Abend in Tuttlingen: Whisky, Zigarren und Wurstsalat

Eine ausgezeichnete Menüfolge braucht ein handverlesenen Lineup

Vor einigen Tagen stand für mich sozusagen eine Premiere auf dem Programm. Ich besuchte erstmalig eine professionelle Whisky-Verkostung. Ort des Geschehens war Tabak-Werner in Tuttlingen und so bestieg ich am späten Nachmittag des 10.10.2013 den IC von Rottweil nach Tuttlingen, der mit nur zwei MInuten Verspätung fuhr. Der IC wurde von schweizer Zugbegleitern betreut, die sich durch ihre ruhige, gelassene und sehr freundliche Art, sehr angenehm von vielen ihrer deutsche Kollegen unterscheiden.

Ich begab mich dortselbst in die Fußgängerzone zu Tabak-Werner, wo Udo Schäfer, anerkannter Whisky-Experte, die Verkostung leitete.
20131010_Tabak-WernerIch wurde freundlichst begrüßt und gefragt, ob ich denn schon Erfahrungen mit Whisky hätte oder nicht. Nachdem ich einräumte den einen oder anderen Whisky probiert zu haben, schloss sich die Frage an, welche Whiskysorten denn meinen Geschmack treffen würden. Ich gab zu, dass ich Laphroaig und Caol Ila bevorzuge. Das brachte mir ein freudiges Schulterklopfen von Udo Schäfer ein und schon war ich mittendrin in der Verkostung.

Es wurden vier verschiedene Whiskys vorgestellt. Allesamt von guter Qualität und m.E. abseits des Alltäglichen. Um es gleich zu sagen: Udo Schäfer präsentierte die Kandidaten höchst professionell, kundig und unterhaltsam.
20131010_VerkostungDie ersten beiden Sorten kamen aus den Lowlands. Der Whisky Auchentoshan ist dreifach gebrannt. Der 16 Jahre alte ist sogar in drei verschiedenen Fässern gereift. Jedoch sind beide für meinen persönlichen Geschmack zu wenig torfig.
20131010_Auchentoshan-12y 20131010_Auchentoshan-16yDann schloss sich ein Speyside der Destille Longmorn an. Eine Rarität, denn von dieser speziellen Edition gelangten nur 312 Flaschen in den Verkauf. Auf der Flasche sieht man jeweils die Flaschennummer und kann das Herkunftsfass nachvollziehen.
20131010_LongmornAls viertes kam ein Whisky aus dem Hause Ardmore in die Nosing-Gläser. Ein Highland-Whisky ohne Altersangabe aber lecker.
20131010_ArdmoreDann kam, sozusagen als Überraschung, noch eine fünfte hochprozentige Spirituose in Form einer Blindverkostung auf den Tisch. Das Getränk war klar und entfaltete im Glas fast keinen Geruch. Sollte das etwa Wodka sein? Ja und zwar der schwedische Purity Vodka.
20131010_Purity-VodkaMir hat die entspannte Atmosphäre im Hause Tabak-Werner gut gefallen und habe den unterhaltsamen Austausch mit anderen Whisky-Fans sehr genossen.

Da Tabak-Werner im Whisky-Segment sehr gut sortiert sind, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gefasst und mir gleich noch zwei Flaschen für die Hausbar mitgenommen. Da war ich nicht der einzige, dann den Teilnehmern der Verkostung wurden auch 10% Rabatt eingeräumt 🙂
whiskyDer Verkostung bei Tabak-Werner kann ich nur eine gute Note ausstellen. Die Organisation durch Brigitte Werner (Inhaberin) und ihr Team war vorbildlich und die Präsentation durch Udo Schäfer klasse. Danke an die Beteiligten.
20131010_Schäfer-WernerNach der Verkostung gingen fast alle Teilnehmer noch mit Udo Schäfer in die Tuttlinger Bierbrezel um dort Wurstsalat „all you can eat“ zuzusprechen, denn eine solche Verkostung macht Hunger. Da wurde in entspannter Runde noch fachgesimpelt und philosophiert.
Der Wurstsalat ist übrigens genauso lecker wie er aussieht.

IMG_20131010_201751Udo Schäfer versorgte die anwesenden Whisky-Enthusiasten dann noch mit einem echten Highlight. Er brachte eine Box Don Leo Reserva Familar zum Vorschein, die er persönlich für uns alle abschnitt und entzündete. Eine sehr milde und angenehm zu rauchende ZIgarre, die unser aller Beifall fand. Leider ist diese Zigarre nicht mehr um Handel erhältlich. Was dann aber Udo Schäfers Gabe nur aufwertet 🙂20131010_Don-LeoErwähnenswert ist auch der Mirabellen-Schnaps, den man uns in der Bierbrezel servierte. Eine echte Empfehlung, denn der ist richtig fruchtig und wenig schnapsig.

Gegen 22:30 löste sich die Runde dann langsam auf und ich hatte Zeit ganz entspannt Richtung Tuttlinger Bahnhof zu bummeln und mit dem letzten Zug von Tuttlingen nach Rottweil zu fahren. Unnötig zu erwähnen, dass auch dieser Zug verspätet war.

Abschließend sei noch gesagt, dass die Veranstaltung (die mehrmals jährlich angeboten wird) sowohl für Einsteiger als auch Fortgeschrittene geeignet ist und von mir vorbehaltlos empfohlen wird. Infos dazu finden sich jeweils auf tasteup.de. Da gibt es übrigens auch einen Bericht über diesen Event.

Autor: Christian Kaufmann

In den unendlichen Weiten des Internet eher als Herrscher des Lakritzplanet bekannt, bloggt er seit Äonen über das schwarze Gold und hat ganz nebenbei den deutschen Lakritztag ins Leben gerufen. Privat philosophiert er als bekennender Segler gerne hier auf der blauen Linie und gehört zum Orga-Team der Schleckgöschle GbR.

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